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Historische Weidelandschaften mit alten Wegen, Zäunen und Mauern – Erhalt und Förderung der alten Grenzstrukturen
 
Bedeutung von historischen Weidelandschaften in der Schweiz
Historische Weidelandschaften sind geprägt von der ursprünglichen Wiesen- und Weideeinteilung, die sich noch heute in Form der traditionellen Grenzstrukturen mit Dauerzäunen (aus Holz) und Weidemauern zeigt. Die Mauern und Zäune stellen ein Stück regionale Kulturgeschichte dar. Die einfachen Erschliessungseinrichtungen dienen bis heute dem Viehtrieb und als einfache Maschinenwege. Dadurch konnten auch die wegbegleitenden Zäune und Mauern erhalten bleiben. Die Mauern sind wichtige Lebensräume für Kleintiere und Reptilien; die Dauerzäune lassen zudem Wiesenabschnitte frei, die nicht beweidet und gemäht werden und so als ökologisch wertvolle Nischen dienen. Historische Weidelandschaften finden sich in wenig meliorierten Gegenden der alpinen Dorf-, Maiensäss- und Alpstufe sowie auf den Jura-Plateaus. Diese Landschaften repräsentieren in klassischer Weise eine naturnahe, agrarisch geprägte Kulturlandschaft der Berge.

Erhalt und Förderung der alten Grenzstrukturen
Der Erhalt der alten Grenzstrukturen gewährleistet einerseits die alte Wiesen-/Weideeinteilung, anderseits schützt sie vor einem Strassenbau, der diese Grenzen zerstört. Viele der alten Holzzäune und Steinmauern bezeugen eine regionaltypische Baukunst, die nur noch an wenigen Orten gepflegt wird. Das entsprechende Know How droht ebenfalls zu verschwinden und die Zäune und Mauern werden ersetzt durch Betonkonstruktionen, Zyklopenmauern, Plastikelektrozäunen oder gar Stacheldraht. In Ftan GR, im Schanfigg GR, aber auch in den Franches-Montagnes und im Parc Ela GR engagiert sich die SL für die Erhaltung der traditionellen Zäune und Mauern.

Geplante Umsetzungsprojekte
Im Rahmen der Aktion « Historische Weidelandschaft mit Zäunen und Mauern » möchte die SL mit der von ihr mitgetragenen IG Kulturlandschaft und anderen Projektträgern vor Ort kurzfristig (k), mittelfristig (m) oder langfristig (l) u.a. die folgenden Projekte angehen und umsetzen:
- die Instandsetzung von Weidemauern im Gebiet des Parc Ela ab Herbst 2009 (k)
- die begonnenen Ausbildungskurse im Schanfigg ab August 2009 weiterführen (k)
- verschiedene Projekte, u.a. in den Franches-Montagnes (JU) und im Berner Jura fördern (k, m)
- die Problematik der Stacheldrahtzäune als Wildtierfallen mit Informationsaktionen aufzeigen (m, l).



     
 
 
     
 
Ardez GR, Alte Getreidesorten und neue alte Trockenmauern