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Selven – Erhalt und Förderung der Kastanienselven der Schweiz
 
Bedeutung von Kastanienselven in der Schweiz.
Kastanien galten lange Zeit als das Brot der Armen und fanden in der Südschweiz, aber auch vereinzelt am Vierwaldstättersee und gar auch im Goms (Mörel) ihre Verbreitung. Kastanienbäume waren zudem auch beliebt für die Gerberei. Edelkastanien wurden als Selven angelegt. Selve leitet sich von silva ab, was Wald bedeutet. Kastanienselven sind dementsprechend Kastanienwälder. Im Idealfall trifft dies aber nicht zu, denn eigentliche Kastanienselven sind nicht Wälder, sondern parkartig, locker bepflanzte Wiesen – Kastanienhaine. Kastanienselven haben eine bewegte Geschichte. Begonnen hat sie in Kleinasien, dem ursprünglichen Verbreitungsgebiet. Von hier aus haben die Griechen die Kastanie, Castanea sativa, bis nach Sizilien und die Römer weiter, über den gesamten Mittelmeerraum, bis an den Alpensüdrand gebracht. Mit dem Zerfall des Römischen Reiches geriet auch die Kastanienkultur in Vergessenheit. Ab dem Spätmittelalter erreichte die Kastanie südlich und bald darauf auch nördlich der Alpen als «Brotbaum» eine neue Blütezeit, die bis ins 18. Jahrhundert anhielt. Mit dem Aufkommen der Kartoffeln und des Mais wurde die Kastanie verdrängt. Seit einigen Jahren befindet sich die Kastanienkultur wieder im Aufschwung.

«Selven» – Aktion zur Erhaltung und Förderung der Kastanienselven der Schweiz
Der Erhalt der Selven ist eine zentrale Projektarbeit der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL). Mit verschiedenen Projekten im Malcantone, Maggiatal (v.a. Dunzio, Projekt mit der AXA), Muggiotal Ti sowie im Bergell und Misox GR und Mörel VS verfolgt die SL die Pflege der Kastanienselven als Kulturgut. Die Pflege der oft monumentalen Bäume und der Parkcharakter der Selven sind landschaftlich ausserordentlich reizvoll und stellen auch bei richtiger Bewirtschaftung eine hohe Artenvielfalt dar. Zentral ist auch der halböffentliche Status der Selve und die Nutzungskonzepte zwischen Forst- und Landwirtschaft.



     
 
 
     
 
Dunzio TI, Aufwertung der Kastanienselven