Die Schweiz ist durch eine ausgeprägte landschaftliche Vielfalt gekennzeichnet und der Schutz sowie die gezielte Förderung dieser Diversität bilden seit Jahren einen zentralen Bestandteil nationaler Strategien. Bestehende Instrumente leisten dazu einen wichtigen Beitrag, sind aber entweder methodisch heterogen, nicht flächendeckend für die Schweiz oder berücksichtigen gesellschaftliche Dimensionen nur unzureichend.
Im Rahmen eines durch die WSL und die SL-FP durchgeführten Projektes wurde deshalb ein Prototyp einer Landschaftscharaktertypologie entwickelt, der 1) umfassende, schweizweit verfügbare Geodaten nutzt; 2) bestehende fachliche Typologien von Kulturlandschaften in die Systematik integriert; 3) mit dem LABES-Indikator «wahrgenommener Landschaftscharakter» eine gesellschaftliche Wahrnehmungsebene einbindet und 4) eine Validierung und Plausibilisierung durch Expert:innenwissen aus Bund und Kantonen beinhaltet. Dieses Vorgehen ermöglicht es, Landschaften nicht nur nach geophysikalischen Merkmalen, sondern auch hinsichtlich ihrer funktionalen, kulturellen und wahrnehmungsbezogenen Dimensionen zu erfassen.
Die Pilotstudie anhand einzelner ausgewählter Kantone zeigt auf, dass es mit dem angewendeten Vier-Säulen-Prinzip möglich ist, das Ziel einer breit abgestützten und gesamtschweizerisch anwendbaren Typologie zu entwickeln. Die Ausweitung des Vorgehens auf eine schweizweite Anwendung steht aber noch aus.
Link zur Studie: