Paesaggio dell'anno

2015

Paesaggio dell'anno 2015: Innerrhoder Streusiedlung

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Modellhaftes Engagement für eine ausgeprägte schweizerische «Vorzeige-Landschaft»

Mit der Appenzeller Streusiedlungslandschaft wurde eine der ausgeprägtesten schweizerischen Vorzeigelandschaften ausgezeichnet, die wie kaum eine andere Landschaft den Traditionsbezug, die regionale Baukultur und das Ländlich-Bäuerliche der Schweiz repräsentiert. Das Gebiet ausserhalb der Siedlungen ist im Kanton Appenzell I.Rh. durch die traditionelle Streusiedlung geprägt. 

Impulsgeber für die Bewahrung und für die sorgfältige Umgestaltung der Streusiedlungslandschaft ist das modellhafte Baugesetz des Kantons Appenzell I.Rh.

Im Vergleich zu anderen Kantonen stellt es ein schweizweites Modell, ja eine Aufforderung dar, an das Bauen ausserhalb der Bauzonen (in Bezug auf Wohnhäuser) hohe Qualitätsansprüche zu stellen.

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Der Empfänger des Preises 2015

Der Preisempfänger 2015 ist der Kanton Appenzell I.Rh., das heisst die kantonalen und kommunalen Behörden, für ihr Engagement zur sorgfältigen Bewahrung und Gestaltung der traditionellen Appenzeller Streusiedlungslandschaft.

Um zu vermeiden, dass die traditionelle Streusiedlung nicht zu einer Zersiedlungslandschaft wird, verfolgt die Raumplanung des Kantons Appenzell I.Rh. zwei Strategien.

  1. Stärkung der Innenentwicklung der Hauptsiedlungen, inklusive Baulandmobilisierung
  2. Erhaltung der Bewohnbarkeit der vorhandenen ehemaligen Bauernhäuser

So verfügt dieser Kanton über eine der modernsten Baugesetzbestimmungen, welche auf partizipative Weise und dank dem hohen Traditions- und Problembewusstsein der überwiegend parteilosen Grossräte, der Bezirke und der Bevölkerung erarbeitet wurde. Der Identitäts- und Authentizitätswahrung dieser traditionellen Landschaft wurde eine hohe Bedeutung zugemessen.

Der Festanlass zur Preisverleihung, die von einer Fachtagung und einer Exkursion umrahmt wurde, fand am 22. und 23. Mai 2015 statt.

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Gonten Höhi

Gründe für die Wahl

Erfahren Sie die Gründe, die für die Wahl ausschlaggebend waren.

  1. Sehr gute Ablesbarkeit der Baukultur und der Nutzungsgeschichte der Streusiedlungslandschaft
  2. Modellhaftes Engagement des Kantons, zusammen mit den Bezirken, den Bau- und Heimatschutzkommissionen sowie dem Heimatschutz SG/AI und den Grundeigentümern, für die Erhaltung und sorgfältige Weiterentwicklung der Streusiedlung
  3. Beispielhaftes planerisches Vorgehen dank eines schweizweit führenden Baugesetzes im Bereich der Gestaltung von Bauten im Streusiedlungsgebiet
  4. Lange Tradition von Empfehlungen für die Einpassung der Stallbauten in die Landschaft
  5. Gute Vorzeigebeispiele
  6. Ein politisches Gespür für die Notwendigkeit guter Gesetzgebung im Bereich der Baukultur
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Wie kam es zur traditionellen Streubauweise und was macht sie aus?

Im Unterschied zum Kanton Appenzell A.Rh. bestanden auf Innerrhoder Gebiet früher kaum je geschlossene Dörfer. Frühe Reiseschilderungen berichten von Häusern, die «so willkürlich untereinander gebaut» seien, dass «sie die ganze Landschaft bedecken».

In Tat und Wahrheit war die Lage des Hauses aber durchaus nicht willkürlich, sondern wurde dort gewählt, wo eine Familie ihre Existenzgrundlage hatte. 

  • Das Vorhandensein von Wasser ist entscheidender Faktor. Der quellenreiche Molasseuntergrund des Hügellandes gibt hier eine beste Voraussetzung. Die Molasseterrassen und die Südhänge waren bevorzugt, dort entstanden die ersten Siedlungsplätze.
  • Grundsätzlich sind 4 Siedlungstypen zu unterscheiden, welche die topografische Lage unterstreichen: Talboden-, Hang-, Terrassen- und Höhensiedlungen.
    Das Dauersiedlungsgebiet zieht sich bis auf ca. 1100 m hinauf.
  • Die Besonnung des Hauses spielt eine wichtige Rolle. Zwei Drittel der Hauptfront der Häuser sind nach Süden orientiert.
  • Die Vorderfront ist oft mit bemalten Täfern verkleidet und mit Zierfriesen und Fensterreihen versehen. Die Wetterseite ist mit Leisten- und Schindelschirm geschützt.
  • Das typische Appenzellerhaus steht frei in der Landschaft, das Wiesland reicht bis zur Hauswand. Bauerngärten sind nur selten zu finden.
  • Zum «Landmark»-Charakter gehört auch der Baumbestand, oft Wetterschutz-, Frucht- oder Schneitelbäume oder als Fliegenschutz der Holunder.
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