Die Auszeichnung im Rahmen der Konvention zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes der UNESCO zeigt den Wert der jahrhundertealten Praxis der traditionellen Bewässerung. Im Vordergrund steht die gemeinschaftlich organisierte Nutzung der lokalen Ressourcen mit ihren Rechten und Pflichten sowie das damit verbundene überlieferte Wissen der Beteiligten. In der Schweiz sind die Wässermatten des Oberaargaus sowie die Walliser Suonen Teil des immateriellen Kulturerbes.
Nebst ihrer primären landwirtschaftlichen Bedeutung hat die traditionelle Bewässerung vielfältige weitere Funktionen. Dank dem Bau der Wasserkanäle und der Bewässerung entstand ein Mosaik von trockenen und feuchteren Standorten, artenreichen Heuwiesen sowie Gehölzen und damit eine Vielzahl von Lebensräumen und Landschaftsqualitäten. Die Bewässerungslandschaften sind somit für Einheimische und Gäste ein attraktives Wander- und Landschaftserlebnis. Im Wallis bewässern Suonen zudem den Bergwald und stabilisieren dadurch die Hänge, können Wasser zur Waldbrandbekämpfung liefern und dienen durch die Regulierung und Ableitung von Oberflächenwasser der Hochwasserprävention. Die spektakulären Bauten, das gemeinschaftliche Bewirtschaftungsmodell und die traditionelle Bewässerungstechnik des Überrieselns sind aber auch wertvolle Zeugen der Kulturgeschichte. Sie haben daher eine wichtige Bedeutung für die regionale Identität und sind ein wertvolles Kulturerbe.