Projektschwerpunkte

Projektschwerpunkte

Die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL-FP) gruppiert ihre Projektarbeit zu thematischen Aktionen. Damit können besondere Kulturlandschaften gezielt erhalten, gepflegt und aufgewertet werden. Die Aktionen beinhalten mehrjährige Programme in den Bereichen Konzeption, Umsetzung und Öffentlichkeitsarbeit. Für die finanzielle Unterstützung sind wir unseren zahlreichen Projektpartnern zu Dank verpflichtet. Mit jeder neuen Projektpartnerschaft können wir unser Engagement vervielfachen.
Die thematischen Aktionen werden in den folgenden Abschnitten vorgestellt.

Linescio TI

Terrassenlandschaften – eine einzigartige Landschaftsformung

Erhalt und Förderung von Terrassen und Terrassenlandschaften
Rhythmik, Perfektion in der Form, Licht- und Schattenspiele der Terrassen berühren und begeistern viele Menschen. Man könnte sie gar als Van Goghs unserer Landschaft bezeichnen. Die über Generationen landwirtschaftlichen Schaffens entstandenen Acker-, Reb-, Kastanien- und Weideterrassen in Graubünden, im Waadtland, im Tessin oder im Wallis gehören zu den herausragenden Landschaftselementen der Schweiz. Im Mosaik mit den Sträuchern und Einzelbäumen in der näheren Umgebung bilden die artenreichen Wiesen der Terrassenhänge und die Trockensteinmauern zudem Lebensräume von grossem ökologischem Wert.

Der Unterhalt der Mauern, Böschungen, Treppen, alten Wege und der Anbauflächen ist aufwändig und kostenintensiv. Ein immer dichter werdendes Wege- und Strassennetz, neue Bauvorhaben und eine intensivere Bewirtschaftung der Flächen zählen neben der Nutzungsaufgabe zu den wesentlichen Gefährdungen der Terrassen.

Diesen Gefährdungen versucht die SL-FP entgegenzutreten, indem sie seit vielen Jahren in allen Landesteilen Projekte für eine nachhaltige Nutzung und Pflege dieser eindrucksvollen Kulturlandschaften unterstützt.

Die SL-FP wirkt in der «International Alliance for Terraced Landscapes» mit und nimmt auch an den internationalen Kongressen aktiv teil. Ziel ist die allgemeine Sensibilisierung und der Erfahrungsaustausch zur Erhaltung dieses einzigartigen Kulturerbes. Die SL-FP engagiert sich insbesondere auch für eine weltweite Übersicht über die erhaltenen und bedrohten Terrassenlandschaften. Informationen sind zu finden unter alpter.net und terracedlandscapes2019.es.

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Bisse de Vex VS

Wasserkanäle – Kulturzeichen und Lebenselixier

Erhalt und Wiederinstandsetzung von Wasserkanälen im Val Müstair (auals), Wallis (Suonen, Bisses) und Tessin (acquaedotti)
Seit Jahrhunderten haben Wasserkanäle eine grosse Bedeutung für die Bewässerungslandwirtschaft der inneralpinen Trockentäler. Unterschiedliche landwirtschaftliche Kulturen und Arten der Bewässerung haben dabei ein Mosaik von Flächen geschaffen, die nicht nur von der landwirtschaftlichen Produktion oder vom ästhetischem Gesichtspunkt aus gesehen bemerkenswert sind, sondern auch entscheidend zum Erhalt der Biodiversität und der Landschaftsqualität beitragen.

Wasserkanäle schützen zudem vor Umweltereignissen, dienen dem Brandschutz, sind Zeugen der Kulturgeschichte und werden von einer jährlich wachsenden Zahl von Touristen erwandert.

Der SL-FP liegt der Erhalt dieses wertvollen Kulturgutes sehr am Herzen. Sie ist federführend hinsichtlich Erhalt und Wiederinstandsetzung von historischen Wasserkanälen, seien es die Suonen oder Bisses des Wallis, die Acquaedotti des Tessins oder die Auals im Val Müstair/GR.

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Traditionelle Bewässerung in Europa – UNESCO-Kandidatur

Walliser Suonen und Wässermatten Oberaargau sollen Immaterielles Kulturerbe der Menschheit werden: Am 30. März 2022 wurde die Multinationale Kandidatur «Traditionelle Bewässerung in Europa» bei der UNESCO eingereicht.

Allee, Foto: Pascal Gauch

Bäumige Strassen – Renaissance der Alleenlandschaften

Wiederherstellung von Alleen und charakteristischen Alleenlandschaften
Alleen und Baumreihen haben in der Schweiz nicht die gleiche geschichtliche Bedeutung wie etwa in Frankreich oder in verschiedenen Bundesländern Deutschlands. Trotzdem säumen sie auch hierzulande zahlreiche Strassen- und Wegenetze und prägen durch ihre vertikale Struktur ganze Kulturlandschaften.

Wenn heute nicht mehr viele Alleen und Baumreihen bei uns anzutreffen sind, dann ist dies vor allem auf eine intensivere und effizientere Bewirtschaftung von Landwirtschaftsflächen und auf den Ausbau des Strassennetzes während der letzten rund 50 Jahren zurückzuführen.

Im Wertebewusstsein dieses Kulturgutes hat die SL-FP aufbauend auf Literaturrecherchen und der spezifischen Analyse eines Fallbeispieles die Alleenlandschaft als eigenständigen Landschaftstyp beschrieben und definiert. Diese Grundlagenarbeit trägt dazu bei, die Alleenlandschaften der Schweiz und deren Qualitäten zu erkennen und Massnahmen zu deren Erhaltung und Pflege vorzuschlagen und durchzuführen.

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Holzzaun im Schnee

Historische Weidelandschaften mit alten Wegen, Zäunen und Mauern

Erhalt historischer Weidelandschaften
Historische Weidelandschaften sind geprägt von der ursprünglichen Wiesen- und Weideeinteilung, die sich noch heute in Form von traditionellen Grenzstrukturen mit Dauerzäunen (aus Holz) und Weidemauern zeigt. Sie finden sich in wenig meliorierten Gegenden der alpinen Dorf-, Maiensäss- und Alpstufe sowie auf den Jura-Plateaus und repräsentieren in klassischer Weise eine naturnahe, agrarisch geprägte Kulturlandschaft der Berge.

Mauern, Zäune und Wege stellen ein Stück regionale Kulturgeschichte dar und dienen der Viehwirtschaft teilweise bis heute. Dauerzäune lassen zudem Wiesenabschnitte frei, die nicht beweidet und gemäht werden und so als ökologisch wertvolle Nischen dienen. Trockenmauern sind wichtige Lebensräume für Kleintiere. Historische Wege sind auch touristisch interessant.

Holzzäune und Steinmauern bezeugen eine regionaltypische Baukunst, die nur noch an wenigen Orten gepflegt wird. Damit diese wertvollen Landschaftselemente und das entsprechende Wissen zu deren Erstellung nicht verschwindet, engagiert sich die SL-FP für die Erhaltung von traditionellen Grenzstrukturen und Weidelandschaften.

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Kastanienblüte

Kastanienselven – mehr als das «Brot der Armen»

Erhalt und Förderung von Kastanienselven
Kastanienselven – parkartig, locker mit Kastanien bepflanzte und oft terrassierte Wiesen – haben eine bewegte Geschichte: Begonnen hat sie in Kleinasien, dem ursprünglichen Verbreitungsgebiet. Von hier aus haben die Griechen die Kastanie bis nach Sizilien und die Römer weiter bis an den Alpensüdrand gebracht. Mit dem Zerfall des Römischen Reiches geriet auch die Kastanienkultur in Vergessenheit.

Ab dem Spätmittelalter erreichte die Kastanie südlich und bald darauf auch nördlich der Alpen als «Brotbaum» eine neue Blütezeit, die bis ins 19. Jahrhundert anhielt. Kastanien galten lange Zeit als «das Brot der Armen» und fanden in der Südschweiz, aber auch vereinzelt am Vierwaldstättersee und im Goms (Mörel) ihre Verbreitung. Mit dem Aufkommen der Kartoffel und des Mais wurde die Kastanie verdrängt. Seit einigen Jahren befindet sich die Kastanienkultur wieder im Aufschwung.

Die SL-FP setzt sich für den Erhalt und die Pflege der Kastanienselven als Kulturgut ein. Die oft monumentalen Bäume und der Parkcharakter der Selven sind landschaftlich ausserordentlich reizvoll und von hoher Bedeutung für den Erhalt der Artenvielfalt.

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Bäume in Basel

Mehr Raum für Stadtbäume

Erhalt und Förderung von Bäumen im Siedlungsraum
Bäume tragen als ökologische Trittsteine im dicht besiedelten Raum zur Biodiver­sität bei. Sie regulieren das Stadtklima und binden auch Feinstaub und Regenwasser und unter­stützen die Erhaltung unversiegelter Böden. Mit der Veränderung ihrer Form und Farbe markieren sie die Jahreszeiten. Stadtbäume beleben das Ortsbild, verleihen den Siedlungslandschaften Identität und steigern die Lebensqualität.

Dabei erhöht die Siedlungsentwicklung nach innen den Druck auf private und öffentliche Grünräume. Grosse und markante Bäume, die als Wahrzeichen unsere Orts- und Stadtbilder prägen, verschwinden zunehmend.

Die Innenentwicklung der Siedlungen ist raumplanerisch zwar erwünscht, trägt jedoch auch zu einer Reduzierung des Lebensraumes für Bäume bei, da der Freiraum zwischen den Gebäuden immer enger wird. 
Die SL-FP setzt sich dafür ein, dass die Förderung von Stadtbäumen in der Siedlungsentwicklung nach innen stärker und frühzeitig integriert wird. 

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Dokumentation zu Bäumen im Siedlungsraum