Entscheidend ist deshalb, nicht nur in einzelnen Massnahmen, sondern in Landschaften als Ganzem zu denken. Die Grundlagen bilden dabei Massnahmen, welche die natürlichen Prozesse nutzen, also naturbasiert sind, und sich an den vorhandenen Landschaftsqualitäten orientierten. Entsprechende Massnahmen wirken sich meist auch positiv auf Biodiversität, Gesundheit und Lebensqualität aus. Traditionelle Kulturlandschaften beispielsweise können aufgrund ihrer Strukturvielfalt besonders klimaresilient sein, etwa Kulturlandschaften mit Mischkulturen und Hecken, Waldweiden mit beschatteten Flächen oder Landschaften mit lokaler Wasserspeicherung (z.B. traditionelle Wiesenwässerungssysteme). Der Erhalt und die angepasste Weiterentwicklung solcher für die Schweiz charakteristischer Kulturlandschaften leisten deshalb einen Beitrag zur Klimaanpassung.
Klimakrise und Biodiversitätskrise erfordern einen breiten Dialog und einen intensiven Austausch zwischen Wissenschaft, Politik, Verwaltung und der Gesellschaft. Wir setzen uns dafür ein, dass diese Debatte geführt wird. Sektorale oder räumlich isolierte Ansätze greifen zu kurz. Es braucht ein Verständnis für die grösseren Zusammenhänge und eine Aushandlung, wie wir den Ressourcenverbrauch senken, wie wir künftig wohnen und Landschaften nutzen wollen, mit welchen Kosten die Anpassung verbunden ist und wie wir Heimat bewahren und die Identifikation mit sich verändernden Landschaften stärken. Ein solcher integraler Landschaftsansatz macht Wechselwirkungen und Synergien sichtbar und hilft, Zielkonflikte zu benennen und zu bearbeiten. [3] Nur ein vorausschauender, integraler und an den Landschaftsqualitäten orientierter Umgang mit dem Klimawandel kann die Leistungen der Landschaften für Mensch und Natur langfristig sichern.